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Ein Schüler schaut sich Unterlagen vom Planspiel an.

Wenn Wasser plötzlich nicht mehr für alle reicht

Planspiel der 8. Jahrgangsstufe am Egbert-Gymnasium macht die Folgen des Klimawandels greifbar

Was passiert, wenn Wasser zur Mangelware wird und nicht mehr alle Bedürfnisse erfüllt werden können? Mit dieser hochaktuellen Fragestellung setzte sich die 8. Jahrgangsstufe des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach im Rahmen des Planspiels „Wasser ist für alle da“ auseinander. Dabei schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Bürgerinnen und Bürgern der fiktiven Gemeinde Klein-Wasserlosen – und wurden mit einem Szenario konfrontiert, das angesichts des fortschreitenden Klimawandels längst nicht mehr unrealistisch erscheint.

Seit Jahren leidet Klein-Wasserlosen unter sinkenden Niederschlagsmengen, steigenden Temperaturen und immer niedrigeren Grundwasserständen. Nach einem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer spitzt sich die Situation dramatisch zu: Das Wasser wird knapp. Niemand weiß, wann sich die Lage entspannen wird, weshalb die verbliebenen Wasserreserven sorgfältig eingeteilt werden müssen. Doch die Ansprüche sind vielfältig. Landwirtschaft, Gewerbe, Privathaushalte, Freizeiteinrichtungen und Naturschutz sind gleichermaßen auf Wasser angewiesen – allerdings reichen die vorhandenen Ressourcen nicht mehr aus, um alle Bedürfnisse zu erfüllen.

Um eine Lösung zu finden, beruft der Bürgermeister von Klein-Wasserlosen eine Bürgerversammlung ein. Dort vertreten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Interessengruppen und müssen ihre Positionen überzeugend darstellen. Gleichzeitig sind sie gefordert, die Interessen anderer anzuhören, Kompromisse auszuhandeln und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Denn am Ende muss die Gemeinde festlegen, wofür das knappe Wasser eingesetzt werden soll – eine Entscheidung, die Gewinner und Verlierer mit sich bringt und deutlich macht, wie schwierig gerechte Ressourcennutzung sein kann.

Die intensive Diskussion zeigte den Jugendlichen eindrucksvoll, dass es bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels keine einfachen Lösungen gibt. Immer wieder mussten wirtschaftliche Interessen gegen ökologische Notwendigkeiten und gesellschaftliche Bedürfnisse abgewogen werden. Dabei wurde deutlich, wie wichtig gegenseitiges Verständnis, Dialogbereitschaft und demokratische Entscheidungsprozesse sind, wenn Ressourcen knapp werden.

Das Planspiel „Wasser ist für alle da“ ist Teil des Regionalmanagement-Projekts „Klima (ange-)passt!“, das in Zusammenarbeit mit der Umweltstation Kitzinger Land durchgeführt wird. Ziel des Projekts ist es, junge Menschen für die regionalen Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren und sie auf die Herausforderungen einer klimaangepassten Zukunft vorzubereiten. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Text und Foto: Dr. Reinhard Klos