
Theatergruppe der Mittelstufe erhält Gruppenschulpreis des Egbert-Gymnasiums
Schulpreis des Egbert-Gymnasiums geht an Nils Kötzner
Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind für die Theatergruppe der Mittelstufe des Egbert-Gymnasiums weit mehr als nur eine Bühne. Sie sind ein Ort, an dem Ideen wachsen, Kreativität Gestalt annimmt und aus einer Gruppe junger Menschen ein echtes Ensemble wird. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde die Theatergruppe beim Schulfest mit dem Gruppenschulpreis des Egbert-Gymnasiums ausgezeichnet. Gestiftet wird die Ehrung vom Förderverein des Gymnasiums, dem Münsterschwarzacher Kreis (MSK). Überreicht wurde der Preis von der Vorsitzenden des Vereins, Sabine Weidt.
Die Laudatio hielt Theaterleiterin Judith Schmitt, die die Entwicklung der Gruppe seit vielen Jahren begleitet. In ihrer Rede griff sie das Bild eines Samens auf, aus dem mit Geduld, Pflege und gemeinsamer Arbeit eine prachtvolle Pflanze wächst – ein treffendes Sinnbild für den Entstehungsprozess eines Theaterstücks. „Aus etwas ganz Kleinem entsteht nach langem Wachstum etwas ganz Großartiges“, beschrieb sie den Weg von der ersten Idee bis zur fertigen Aufführung.
Am Anfang stehe jedes Jahr die Frage, welches Stück oder welche Thematik die Gruppe auf die Bühne bringen wolle. Aus dieser ersten Idee entwickle sich Schritt für Schritt das gesamte Projekt. Gemeinsam würden Texte verändert, erweitert oder sogar vollständig neu geschrieben. Unterschiedliche Vorstellungen gehörten dabei ebenso zum kreativen Prozess wie die Bereitschaft, gemeinsam die beste Lösung zu finden.
Auch das Bühnenbild sei Teil dieses „Gärtnerns“, erklärte Schmitt. Sie erinnerte an die aufwendige Gestaltung der vielseitig einsetzbaren Kulissenwände, die die Hausmeisterei eigens für die Theatergruppe gebaut hatte. Trotz großer Hitze hätten die Jugendlichen gestrichen und tapeziert und damit eine Grundlage geschaffen, die inzwischen bei mehreren Produktionen zum Einsatz gekommen sei.
Die regelmäßigen Proben verglich Schmitt mit dem Bewässern einer Pflanze. Neben den wöchentlichen Treffen gehörten auch Sonderproben an Wochenenden dazu, wenn das Projekt besondere Aufmerksamkeit verlangte. Die „Sonne“ für das Wachstum seien schließlich die Begeisterung und das Engagement der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. Auch Rückschläge, Änderungen in der Inszenierung oder unerwartete Herausforderungen gehörten dazu. Gerade das gemeinsame Lösen solcher Probleme habe die Gruppe zusammengeschweißt.
Besonders hob Schmitt die Unterstützung der Technikgruppe hervor, ohne deren Einsatz bei Licht und Ton die Aufführungen nicht möglich gewesen wären. Ebenso wichtig sei das Publikum, das die monatelange Arbeit mit seiner Aufmerksamkeit und seinem Applaus belohne.
Am Ende ihrer Laudatio zeigte sich Judith Schmitt bewegt: Der schönste Moment sei für sie, wenn sie das fertige Stück aus der ersten Reihe erleben dürfe und sehe, wie die Jugendlichen „im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen und über sich hinauswachsen“. Für diese Leidenschaft, den großen Teamgeist und die Bereitschaft, gemeinsam Außergewöhnliches zu schaffen, habe sich die Theatergruppe den Gruppenschulpreis mehr als verdient.
Text und Foto: Dr. Reinhard Klos

