
Ehrfurcht neu entdeckt
Pater Meinrad führt Egbert-Schüler durch seine aktuelle Ausstellung
Im Seitenaltar zwei wuchtige Mülltonnen, mit Goldpapier überzogen, darin ausrangierte Kruzifixe: Was auf den ersten Blick als Gotteslästerung erscheint, ist ein Werk von Pater Meinrad Dufner, Benediktinermönch und Künstler. Mit solchen Objekten entdeckt er die Ehrfurcht neu.
Wie ein roter Faden zieht sich dabei das Motiv der Auferstehung durch seine gesamte Ausstellung mit dem Titel „Ehrfurcht“ in der Abteikirche von Münsterschwarzach: Pater Meinrad arbeitet vielfach mit dem, was andere weggeworfen haben, was sich scheinbar überlebt hat und ausrangiert wurde. Er überhöht diese liebevoll gesammelten Objekte, bringt sie auf die Altäre, stellt sie in neue Kontexte und macht sie so zum Sinnträger. Und plötzlich erzählen sie vom Menschen und von einer anderen Wirklichkeit, der der Mensch eben auch angehört.
Die Schülerinnen der Leistungsfächer Kunst und Religion erlebten eine besondere Führung, was nicht nur an den gezeigten Werken lag, sondern auch an den Gedanken, die Pater Meinrad mit leuchtenden Augen und unnachahmlichem Charisma über sie und zu ihnen erzählte. Es ist die Mischung aus tiefer Gläubigkeit und großer Weltoffenheit, welche die Jugendlichen sichtlich beeindruckte. Und bestimmt haben sie einen neuen Blick auf die Dinge gewonnen, besonders auf die, die sonst auf dem Müll landen.
Text: Markus Binzenhöfer, Foto: Tanja Seger

