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Gruppenfoto mit Mönch, einem älteren Mann sowie mehreren Schülern

Präsent, mutig, engagiert

Der Zeitzeuge René Kaufmann, ein Zeitzeuge des Holocaust, berichtete im EGM von seiner Kindheit im „Dritten Reich“

Am 9. Juni erlebten rund 100 Schüler und Schülerinnen der 9. Klassen des Egbert-Gymnasiums eine ganz besondere, von Birgit Mair vom Nürnberger „Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung“ (ISFBB) moderierte Geschichtsstunde: Eine Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie hatte es möglich gemacht, dass der 1937 geboren René Kaufmann, ein Zeitzeuge des Holocaust, in Münsterschwarzach von seinen Erlebnissen während des „Dritten Reichs“ berichtete.

Der Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter überlebte den Nationalsozialismus im belgischen Exil. Dort musste er mitansehen, wie seine Tante von den Nationalsozialisten nach der Besetzung Belgien von der Straße weg deportiert wurde. Nie vergessen wird Kaufmann auch die Misshandlung seiner Mutter durch einen deutschen Soldaten: Als sie das Versteck ihres Mannes nicht verraten konnte, da sie nichts über dessen Aufenthaltsort wusste, stieß ihr der Soldat den Gewehrkolben ins Gesicht und schlug ihr die Zähne aus. Schlimmes widerfuhr auch Kaufmanns Vater: Aus der Fake-OP, die ein deutscher Arzt angeblich zu seiner Rettung durchführen wollte, wurde eine echte Operation, bei der Kaufmanns Vater seinen kompletten Magen verlor. Wider Erwarten lebte das NS-Opfer noch 19 Jahre.

Stark beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler nicht nur von Kaufmanns Vita, sondern auch von der Präsenz und geistigen Frische des Zeitzeugen, der bereitwillig alle Fragen beantwortete. Beispielsweise bezog Kaufmann klar Stellung zur Gefährdung der Demokratie in den USA und zur aktuellen politischen Situation in Deutschland. Wie Kaufmann warnte auch Birgit Mair eindringlich vor der Gefährdung der Demokratie durch die AfD. Im Nachgang betonten die Jugendlichen, dass der Zeitzeugenbesuch im EGM sehr eindrucksvoll gewesen sei und bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

Text: Stefan W. Römmelt, Foto: Dr. Reinhard Klos