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Ex-Bundespräsident Wulff sitzt in einem Klassenzimmer, Schülerinnen und Schüler vor ihm in einem Stuhlhalbkreis

Auf Augenhöhe mit dem Ex-Bundespräsidenten

„Wie stehen Sie zur Wehrpflicht?“, „Warum kommt der Bundeskanzler derzeit bei den jungen Menschen nicht gut an und vor welchen Herausforderungen steht er?“, „Würden Sie heute wieder in die CDU eintreten?“ – Diese und weitere Fragen konnten Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe des Egbert-Gymnasiums einem Gesprächspartner stellen, mit dem man nicht alle Tage zusammentrifft.

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, der anlässlich des Schuljubiläums zu Gast in Münsterschwarzach war, stellte sich den Fragen der Jugendlichen. Er wollte aber nicht nur befragt werden. „Erzählen Sie mir auch, was Sie bewegt, was Ihnen Sorgen macht – erzählen Sie mir von sich!“, bat Wulff, der selbst einen Sohn im Alter seiner Zuhörer hat, gleich zu Beginn. Der hohe Gast erwies sich als aufmerksamer Zuhörer, der jede Frage ernst nahm. Wulff, der sich selbst eher im linken Spektrum seiner Partei, der CDU, verortet, stellte seine Standpunkte zu Themen wie Migration, Generationengerechtigkeit, Wehrplicht und gesellschaftliche Vielfalt klar heraus, ohne dabei belehrend zu wirken. Das kam an.

Was nachwirkt, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den gesellschaftlichen Diskurs, für die echte Auseinandersetzung und die Kunst, seinem Gesprächspartner zuhören zu können. Denn: „Die Demokratie klingelt nicht, wenn sie geht.“ Sie kann von den Bürgern auch abgewählt werden, wenn sie sich von den demokratischen Werten entfernen.

Text und Foto: Markus Binzenhöfer