Drittbeste Schülerzeitung in Bayern

PEERplus des Egbert-Gymnasiums ausgezeichnet – Interview mit Frauke Hansen und Dorothee Bär

Münsterschwarzach/Banz. Den Preis für die drittbeste Schülerzeitung in Bayern gewann die Redaktion von „PEERplus“ des Egbert-Gymnasiums beim „Blattmacher-Wettbewerb“. Prämiert wurde das Heft mit dem Titel „onLein“ vom April 2021, das die Abhängigkeit von digitalen Medien während des Lockdowns in den Mittelpunkt stellte. Nach Ansicht der Jury aus Süddeutscher Zeitung und Kultusministerium spannt dieses Heft einen weiten Bogen von großen Themen zum Alltag an der Schule. Dabei überzeuge es auf seinen 108 Seiten längst nicht nur mit Quantität: „Protokolle wie die zum Streben nach Glück bieten einen unverfälschten Einblick in den Seelenzustand der Schüler. Gleichzeitig lockern Stücke wie „Das Kind, der Hund und das Fahrrad“ das Heft humoresk auf. Simpel, aber genial sind die Kinder mit ihren schweren Ranzen und der Chiropraktikerin. Optisch bietet die Ausgabe ihren Lesern eine gute Übersicht. Querdenker, Körperwahn, Schülervertretung: Auch die Meinungsstärke der Autoren überzeugt.“

Nach diesem Erfolg fuhren die Redakteure zu Jahresbeginn nach Banz, um die nächste Ausgabe auf den Weg zu bringen. Vor Ort trafen sie die Zeitzeugin Frauke Hansen, Tochter von Oberst Georg Alexander Hansen, eines Widerstandskämpfers des 20. Juli 1944. Sie erzählte von ihrem Aufwachsen als „Verräterkind“, von der Mischung aus Trauma und Stolz, den sie empfindet, wenn sie an die Beteiligung des Vaters an das Hitler-Attentat denkt. Es war eine schwierige Kindheit: Der Vater vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in Plötzensee hingerichtet, die Mutter im Gefängnis, sie und ihre vier Geschwister in ein NS-Kinderheim in Bad Sachsa verschleppt. Und als sie wieder zurück in ihre Heimat Michelau kamen, wurden sie alles andere als mit offenen Armen empfangen. „Ohne unsere Großmutter wären wir verhungert.“ Anhand von Fotos erzählte Frauke Hansen den Schülern auch von ihrer Schwester Dagmar Voßkühler, die nun die neue Namensgeberin der ehemaligen Siegfried-Wilke-Straße ist. Ihre Lebensleistung als Lehrerin, Mitarbeiterin im Arbeitskreis Asyl, in der Kitzinger Tafel und im Förderverein ehemalige Synagoge beeindruckte die Schüler sehr.

Auf Kloster Banz interviewten die Schüler auch Dorothee Bär, die ehemalige Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitales. Darin bekräftigte Bär ihre Ablehnung der anvisierten Drogenpolitik der neuen Bundesregierung: „Es ist falsch, den Verkauf von Cannabis zu legalisieren.“ Auch die Aufhebung des Paragraphen 219a, wonach Frauenärzte keine Werbung für Abtreibungen machen dürfen, hält Bär für falsch. Schließlich lehnte sie auch die „Verantwortungsgemeinschaft“ als eheähnliche Gemeinschaft zwischen mehreren Personen ab. Für die jungen Redakteure boten Bärs Thesen viel Stoff für intensive Diskussionen.

Bildunterschriften:

  1. Frauke Hansen erzählt den Schülern, von ihrem Vater Oberst Hansen, einem Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, und von ihrer Schwester Dagmar Voßkühler, nach der in Kitzingen nun eine Straße benannt wurde. Foto Klos
  2. Screenshot vom Interview: Auf Vermittlung der ehemaligen EGM-Schülerin Antonia May nahm sich Dorothee Bär Zeit für die Fragen der Redaktion von PEERplus. Screenshot: Ben Schröder

 

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