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20 Jahre Compassion am Egbert-Gymnasium

Jubiläum am Egbert-Gymnasium: Seit 20 Jahren gibt es das Compassion-Projekt, seit 20 Jahren besuchen die Schüler der 11. Jahrgangsstufe drei Wochen lang soziale Einrichtungen, um einen Dienst der Nächstenliebe zu leisten. Eingebunden in ein spirituelles Konzept geht es darum, die jungen Menschen auf ihrem Weg es Wachsens und Reifens zu begleiten. Anlässlich des Jubiläums verabschiedete sich die Projektleiterin Andrea Weber-Brandt und legte die Arbeit in die Hände von Julian Binzenhöfer. Br. Jeremia Schwachhöfer und Dr. Herbert Müller dankten von Seiten der Schulleitung allen Beteiligten für das große Engagement.

Seit 20 Jahren besteht auch eine intensive Zusammenarbeit mit Prof. Markus Böck von der Universität Würzburg. Er informierte die Elftklässler über die Krankheit der Leukämie. Ausgangspunkt der Krankheit ist, dass die Stammzellen massenhaft defekte weiße Blutkörperchen, aber keine roten Blutkörperchen mehr produzieren. Die Folgen sind extreme Anfälligkeit gegenüber Infektionen und Sauerstoffmangel, weil die roten Blutkörperchen nicht mehr vorhanden sind, um die Organe und Muskeln mit Sauerstoff versorgen. Hinzu kommt, dass auch die Blutplättchen fehlen, die innere oder Blutungen stillen könnten.

Zur Häufigkeit der Erkrankung nannte Prof. Böck die Zahl von 12.000 neuen Fällen pro Jahr in Deutschland. Die Patienten müssen sich zunächst einer Chemotherapie unterziehen, die die Zellteilung hemmt – leider damit aber auch die Teilung der gesunden Zellen, was zu schwer wiegenden Nebenwirkungen führt. Daher ist für viele Leukämie-Patienten die Stammzellentherapie der einzige Weg, um geheilt zu werden.  So warb Prof. Böck dafür, dass sich die Schüler in die Stammzellen-Spenderdatei aufnehmen lassen. Je mehr Menschen in der Datei gelistet sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein passender Spender gefunden wird. Dr. Carlheinz Müller, Geschäftsführer des zentralen Knochenmarkspender-Registers in Deutschland, war ebenfalls zum Compassion-Jubiläum in Münsterschwarzach zu Gast. Sein Lebenswerk ist eine Erfolgsstory: Etwa hunderttausend Stammzellenspenden sind durch den Aufbau des Registers vermittelt worden.

Wegen der Corona-Pandemie kann die Typisierung in diesem Jahr allerdings nicht wie sonst üblich am EGM durchgeführt werden. Wenn das wieder erlaubt ist, verläuft die die Aufnahme in die Datei denkbar einfach, und zwar mit Hilfe eines Wangenabstrichs. Wird eine registrierte Person tatsächlich für einen Patienten gebraucht, werden die Stammzellen in der Regel im Rahmen einer etwas längeren, medikamentös vorbereiteten Blutspende entnommen. Auf diese Art und Weise wurden am EGM tatsächlich in den letzten 20 Jahren Leben gerettet: Es gab mehrere Spender und eine Empfängerin unter der Schülerschaft.

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