Das Compassion-Praktikum

Um das christliche Profil des Egbert-Gymnasiums noch stärker zu betonen, haben die Abtei Münsterschwarzach, das Direktorat und die Lehrerschaft, die Schüler und Eltern des Gymnasiums beschlossen, sich an dem von der deutschen Bischofskonferenz initiierten „Compassion“-Projekt zu beteiligen. Das Projekt soll helfen, gesellschaftlichen (Fehl-) Entwicklungen und ihren Auswirkungen ansatzweise entgegen zu wirken.

Die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe absolvieren in der Zeit um das Zwischenzeugnis ein zweiwöchiges Praktikum in sozialen Einrichtungen wie zum Beispiel Seniorenheimen, Krankenhäusern, Förderschulen und weiteren caritativen Einrichtungen. Dieser Einsatz wird eingebettet in ein Konzept der Vor- und Nachbereitung, wobei dem Fachunterricht neben besonderen Vorträgen und Informationsveranstaltungen, die ganz gezielt auf das Praktikum vorbereiten, die entscheidende Rolle zukommt, das Bevorstehende zu begreifen. Das Erfahrene und Erlebte wird am Rückkehrtag zunächst mit den Betreuern des Compassion-Praktikums besprochen und im weiteren Verlauf im Unterricht aufgearbeitet. In dieser Verknüpfung von außerschulischer Erfahrung und schulischer Auf- und Nachbereitung liegt der besondere Ansatz des Projektes. 

Die konkrete Umsetzung des Compassion-Praktikums erfolgt am EGM wie folgt:

Im September wird die gesamte 11. Jahrgangsstufe von einem Vertreter einer sozialen Einrichtung über Aufgabenbereiche und Zielsetzungen dieser Institution informiert. Im Anschluss an diesen Vortrag werden weitere Praktikumsplätze vorgestellt und eine erste Verteilung der Schüler festgelegt. Ende Januar – kurz vor Praktikumsbeginn- erhalten die Schülerinnen und Schüler von einem Arzt, einem Seelsorger und dem Compassion-Team Informationen über kompetentes Verhalten während ihres Einsatzes. Die Jugendlichen werden im Rahmen eines Gottesdienstes in das Praktikum entlassen.

Während des Einsatzes betreuen die in der 11. Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrkräfte die Praktikanten. Auch eine seelsorgerische Begleitung wird angeboten. Nach dem Praktikum treffen sich alle Schülerinnen und Schüler zu einem gemeinsamen Frühstück in der Schule. Hier können erste Erfahrungen ausgetauscht werden. Ein Gottesdienst oder eine Meditation schließen sich an. Dann folgt die Nachbereitung in kleineren Arbeitsgruppen oder im Klassenverband. Ein Praktikumsbericht fasst die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse zusammen.

Neben diesen Aktivitäten steht natürlich auch stets die Begleitung des Projektes durch die jeweiligen Fachlehrer. Um die Erfahrungen des Praktikums nicht zu einer einmaligen Aktion werden zu lassen, gibt es für engagierte Jugendliche die Möglichkeit sich in den Einrichtungen auch weiterhin einzubringen. Sie können beispielsweise die Projekttage einer Förderschule mitgestalten oder ihnen anvertraute Senioren weiterhin betreuen. 

Das Compassion-Praktikum wurde im Schuljahr 2002/03 am Egbert-Gymnasium eingeführt. Sein Wert und seine Bedeutung für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen werden von Eltern, Schülern und Lehrern gleichermaßen geschätzt.

                                                                                  Andrea Weber-Brandt, Soziales Lernen am EGM

Termine

                                                                        

 

 

Die Conflict-Police

Die „Conflict-Police“ ist einer Gruppe von Schülern aus den Jahrgangsstufen 8-12, die sich unter der Leitung von drei Lehrkräften für einen fairen und respektvollen Umgang miteinander am Egbert-Gymnasium einsetzt. Diese Schülerinnen und Schüler erleichtern den neuen Fünftklässern den Start am Gymnasium, organisieren in enger Zusammenarbeit mit dem Tagesheim Projekttage und Arbeitsgruppen für die Unterstufe, die sie selbstständig planen und umsetzen.

Ein eigens für die 8. Jahrgangsstufe konzipiertes Projekt zum Thema „Konflikte in der realen und in der virtuellen Welt wird von der Conflict-Police in Eigenregie durchgeführt.

Darüber hinaus sind die Konfliktlotsen in verschiedenen Klassen der Unter- und Mittelstufe tätig, um das Gemeinschaftsgefühl durch ausgewählte Projekte zu  stärken.

 

 

Die Netzgänger

 

25 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe werden jährlich Anfang Oktober an der Universität Bamberg zu Netzgängern, Spezialisten für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien, ausgebildet. In einer eintägigen Fortbildung erwerben sie Wissen und Kenntnisse zu den Themen „Soziale Netzwerke, Cybermobbing, Digitale Spielewelten und Rechte im Netz“, erarbeiteten Konzepte für Workshops zu den einzelnen Bereichen und geben diese Informationen im Rahmen eines Projekttages an Mitschüler und Eltern der 6. Jahrgangsstufe weiter. 

 

 

Schüler unterrichten Schüler im Bereich digitaler Medien - Fortsetzung des "Netzgängerprojekts" am EGM jetzt in Kooperation mit anderen Gymnasien

 

Jugendzeit ist Medienzeit. Die Jugendliche wachsen mit den digitalen Medien auf und sind ihren Eltern und Lehrern oftmals etliche Klicks voraus. Hinzu kommt, dass 10-14jährige gleichaltrige oder etwas ältere Mitschüler in den technischen Bereichen als wesentlich kompetenter ansehen als etwa einen Erwachsenen. Aus diesem Grund legte man auch in diesem Jahr wieder die Medienerziehung am EGM in die Hände von Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe, den sogenannten "Netzgängern".

Zu Beginn des Schuljahres wurden die EGM-Netzgänger mit ihren betreuenden Lehrkräften Frau Weber-Brandt und Herrn Pohl im Rahmen eines Schulungstags von den erfahrenen "Netzgängern" zu Experten auf den Gebieten "Virtuelle Spielewelten", "Soziale Netzwerke", "Cybermobbing" oder "Smart im Netz" ausgebildet. Die Oberstufenschüler verfügen nun über Hintergrundwissen zu ihrem speziellen Themenbereich sowie über grundlegende Kompetenzen als Gruppenleiter, kennen die einzelnen Übungen und den Ablauf der Workshops mit den jüngeren Schülern, so dass sie die Unterrichtsstunden moderieren und anleiten können.

Ihren ersten großen Einsatz hatten die EGM-Netzgänger am diesjährigen Projekttag am 10./11. Januar am EGM. Wie schütze ich meine Privatsphäre im Internet? Wer sind meine echten Freunde und wer sind nur Facebook-Freunde? Was kann ich tun, wenn ich im Internet gemobbt werde? Was darf ich aus dem Internet herunterladen? Wo lauern eventuell Kostenfallen? Und wie viel Zeit sollte ich am Computer bzw. in der virtuellen Spielewelt verbringen? Diese und viele andere Fragen wurden an Fallbeispielen, in Form von Rollenspielen und vielem mehr mit den Sechstklässlern ohne erhobenen Zeigefinger vertrauensvoll diskutiert.

Ergänzend bzw. unterstützend wurden an einem der beiden Projekttage die Eltern der Jugendlichen eingeladen, um mit Ihnen und Herrn Roland Baumann, Ministerialbeauftragter für digitale Medien in Unterfranken und "Erfinder" des Netzgängerprojekts, über den sinnvollen und bewussten Umgang mit dem Internet zu diskutieren. Im Anschluss hatten die Eltern die Gelegenheit mit einzelnen Netzgängern zu diskutieren und Einblicke in die Workshops zu erhalten. Die Diskussion über Medien und ihre Nutzung wird so hoffentlich auch im Familienalltag fortgeführt.

Das Projekt "Netzgänger" wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt. Im Frühjahr haben sich das Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach sowie das Ursulinen-Gymnasium und das Wirsberg-Gymnasium in Würzburg zusammengeschlossen, um sich in der Ausbildung neuer Netzgänger und der Planung von Veranstaltungen für Schüler und Eltern gegenseitig zu unterstützen. Ein erstes Treffen der "Netzgänger" der drei Schulen in Würzburg unter Beteiligung von Herrn Baumann hat in einer sehr guten und konstruktiven Atmosphäre bereits stattgefunden. Wir freuen uns sehr über die neue Kooperation!

                                                                                                                                                M. Pohl

Die Tutoren und Schülerlotsen  

Die Tutoren erleichtern den neuen  Fünftklässern durch ihre  intensive Betreuung und Begleitung den Neubeginn am Egbert-Gymnasium. Sie stehen ihnen während der ersten Wochen bei den Ankommenstagen, während der Zfu-Stunden und bei allen großen und kleinen Problemen zur Seite. Sie organisieren eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier, eine rauschende Faschingsparty, eine tolle Osterüberraschung. Am Ende des ersten Schuljahresam Gymnasium begleiten sie ihre Schützlinge ins Schullandheim und manche hier geknüpfteFreundschaft zwischen Tutoren und „Bamsen“ hält länger als die Schulzeit.
Die Tutoren sind aber nicht nur im, sondern auch außerhalb des Schulhauses wegweisend. Jeden  Morgen sorgen sie als Verkehrshelfer dafür, dass die Jüngsten der Schulfamilie sicher im Klassenzimmer ankommen.  

 

 

 

Die Schulsanitäter  

Die  Gruppe  der  Schulsanitäter  steht   bei  allen   schulischen    Veranstaltungen   für    die schnelle   Hilfe   vor  Ort  zur  Verfügung.   Auch im  Schulalltag  sind  die  Ersthelfer   über ihr     Notfallhandy   bei   kleineren   oder    größeren    Blessuren     schnell  zu    erreichen. Die     Schulsanitäter   verfügen  über fundierte Fachkenntnisse. Sie bilden sich regelmäßig fort und halten sich auch durch praktische Übungen und Fallbeispiele fit.
Besonders hervorzuheben sind große Einsätze wie beim Schulfest, den Bundesjugendspielen, am Felizitas-Fest oder auch während des Gottesdienstes am Benediktstag. Die Organisation und Durchführung des bayernweiten  Aktionstages der Schulsanitäter sowie die Unterstützung der Verantwortlichen bei der Durchführung des Probealarms an der Schule zählen ebenso zu ihren Aufgaben. 

 

 

 

Die SMV

Die SMV pflegt ihre traditionellen Aufgaben. Sie organisiert die Nikolausaktion und die Rosenpost  am Valentinstag sowie die Osterüberraschung für die 5. Klassen in Kooperation mit den Tutoren. Die Bestellung von Schul-T-Shirts gehört ebenfalls in den Terminkalender eines jeden Schuljahres.                                                                                 
VertreterInnen der SMV wirken auch am Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ mit und betonen so den Aspekt der Mitgestaltung und Mitverantwortung.   [mehr]  

 

 

 

FESJ-Was ist das?

„Mir gefallen vor allem die Wattwanderungen, auf denen wir den Bestand der Vögel überprüfen.“

„Ich finde es gut, anderen zu helfen und mein Wissen weiter zu geben.“

„Ich freue mich auf die Kinder und die Kinder freuen sich auf mich!“

„Die Kinder sind ganz natürlich und spontan. Sie mögen dich einfach.“

„Es ist toll, schon so jung eine solche Erfahrung machen zu können.“

„Die Arbeit im Kindergarten ist so erfrischend und lebendig.“

Das sind die Aussagen und Erfahrungen von 5 Schülerinnen und 1 Schüler aus der 8. Jahrgangsstufe, die 2015/16 ein Freiwillig Engagiertes Schuljahr (FESJ) absolviert haben. Sie leisteten über die Dauer eines Schuljahres insgesamt 70 Stunden ehrenamtliche Arbeit in Kindergärten, bei der Wasserwacht und bei der „Schutzstation Wattenmeer“. Der Dienst kann wöchentlich oder als Block während der Ferien abgeleistet werden. Alle waren sehr froh, dass ihnen dieses Projekt die Möglichkeit bot, schon sehr früh in verschiedenen sozialen und ökologischen Bereichen Erfahrungen zu sammeln, die sie später bei ihrer Berufswahl weiter verfolgen können oder die ihre Bewerbung für potentielle Arbeitgeber interessanter machen. Am Ende des Schuljahres erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde über den geleisteten Dienst aus den Händen der Schirmherrin des Projektes, Frau Landrätin Tamara Bischof. Auch Schulleiter Robert Scheller lobte das ehrenamtliche Engagement der  Schüler und überreichte ein kleines Präsent.

 

                                                                                 Andrea Weber-Brandt, Soziales Lernen am EGM

 

 

 

Termine Compassion 2018/19

Freitag, 14.09.2018, 9.30 Uhr-12.50 Uhr

  • Informationsveranstaltung mit Herrn Prof. Dr. M. Böck (Uniklinik Würzburg)
  • Religiöser Impuls                                                                           
  • Organisatorisches


Dienstag, 18.09.2018, 9.30 Uhr-11.30 Uhr

  • Typisierung

 

11.11.2018

  • Martinseuro

 

Mittwoch, 06.02.2019, 13.00 Uhr

  • Information vor Praktikum

 

Freitag, 15.02.2019, 6.Std.

  • Gottesdienst          

  

18.02.2019 – 28.02.2019

  • Praktikum   

 

Freitag, 01.03.2019, 8.00 Uhr

  • Frühstück
  • Meditation
  • Nachbereitung

  

Andrea Weber-Brandt, Juli 2018

 

 

Soziales Lernen am Egbert-Gymnasium

 

Jgst 5

Projekttage des Tagesheims für die Unterstufe

Kennenlerntage der neuen Fünftklässler

Ankommenstage der 5.Jahrgangsstufe


Jgst 6 

dreisprachiges Fremdsprachenspiel


Jgst 7 

Unterstützung sozialer Projekte (Martinseuro) durch Aktionen wie den Verkauf von Weihnachtsplätzchen oder Osterbrot


Jgst 8 

Mitgestaltung des Religionsunterrichts durch die Conflict-Police
Thema: Konflikte-Schuld-Versöhnung


Jgst 9 

Vorbereitung des Compassion-Praktikums durch kleinere soziale Dienste wie zum Beispiel: Nachhilfe, „1 Stunde Zeit“, Besuche im Altenheim,..


Jgst 10 

Vorbereitung des Compassion-Praktikums durch kleinere soziale Dienste wie zum Beispiel.: Mithilfe im Tagesheim


Jgst 11 

weiterführende soziale Projekte wie zum Beispiel: Kinderbetreuung, Nachhilfe,


Jgst 12 

Mitgestaltung von Projekttagen an Fördereinrichtungen, Konzerte in Altenheimen, ...


Jahrgangsübergreifende Projekte

  • Martinseuro (Jgst 5-12)
  • Familientag (Jgst 8-12)
  • Conflict-Police (Jgst 8-12)
  • Compassiongruppe (Jgst 7-12)
  • Schulsanitäter (Jgst 8-12)

 

 

 

Rückblick auf soziale Aktivitäten der letzten Jahre

Hoffnung spenden, Leben retten

P. Wegener vom Egbert-Gymnasium ließ sich nicht lange bitten, als es darum ging, ob er sich für die Stammzellspenderdatei registrieren lassen würde. Der kleine Stich von Krankenpfleger Stefan Gebauer tat kaum weh, und die Folgen können segensreich sein: Ein Röhrchen Blut genügt, um  im Labor die Gewebemerkmale zu analysieren. Stimmen sie mit einem an Leukämie erkrankten Patienten überein, könnte Paul mit einer Stammzellenspende ein Menschenleben retten.
Die Stammzellen müssen dabei meist nicht mehr in einer Operation entnommen werden. In der Regel bekommt der Spender ein Medikament, das die Stammzellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn wandern lässt. Anschließend werden die Stammzellen bei einer Blutspende gewonnen, wobei keine Narkose mehr nötig ist. Professor Markus Böck von der Universität Würzburg hatte den Oberstufenschülern des EGM in einem Vortrag dieses Verfahren erklärt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler haben sich daraufhin registrieren lassen. Den Kontakt hatte, wie schon in den vergangenen Jahren, Andrea Weber-Brandt hergestellt. Foto Dr. Reinhard Klos


 

Auftaktveranstaltung zu Compassion 2015

 

Am Freitag, 19. September 2014 hat Prof. Dr. Markus Böck von der Universitätsklinik Würzburg die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe in einem Vortrag über die lebensrettende Stammzellenspende informiert. Am Dienstag, den 23. 09.2014, konnten sich potenzielle Spender ab 9.30 Uhr in den Räumen des Tagesheims von einem Team der Universitätsklinik Blut abnehmen lassen, um sich typisieren zu lassen. Diese Möglichkeit  konnten  neben den Mitgliedern der Schulfamilie auch alle anderen Interessenten  aus der Umgebung wahrnehmen. Die Aktion fand im Rahmen des Compassion-Projektes statt, mit dem sich katholische Schulen in besonderer Weise um soziale Belange kümmern. Die Typisierung kostet 50 Euro pro Person. Das Geld hierfür soll unter anderem durch eine Sammelaktion zum Fest des Heiligen Martin zusammenkommen.

 

                                                                        Andrea Weber-Brandt, September 2014


 

Mit-Erlebt


Beim Compassion-Sozialpraktikum gibt es kein Mitleid. Ein Erfahrungsbericht.



In der Benediktsregel heißt es: „Immer achte man auf die Schwäche der Alten. Für ihre Nahrung darf die Strenge der Regel keinesfalls gelten. Vielmehr schenke man ihnen Güte und Verständnis.“


Diese Regel ist der Ausgangspunkt benediktinischen Lebens und damit der Grund, weshalb das Egbert-Gymnasium der Benediktiner in Münsterschwarzach seine Schülerinnen und Schüler der elften Klasse auf ein zweiwöchiges Sozialpraktikum aussendet. Gemäß dem Compassion-Konzept leisten alle Schülerinnen und Schüler der elften Klasse ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung, wo sie einfach alles mit-erleben sollen.


Als Schüler des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach leistete ich mein „Compassion“-Praktikum in der Partnerklasse des oberbayerischen Gymnasiums Kirchseeon ab, die an der Korbinianschule Steinhöring beheimatet ist. Jene Schule ist ein Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, an der Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung sonderpädagogische Förderung erhalten, besonderes Augenmerk liegt dort auch auf der Kooperation mit Schülern aus Regelschulen.


Anhand unserer Erfahrungen soll uns Schülern ein Mit-Leiden, ein Mit-Erleben mit Alten, Kranken, Behinderten oder anderweitig sozial benachteiligten Menschen ermöglicht, Solidarität und Bewusstsein für diese Seiten der Gesellschaft geschaffen und neue Denkansätze über Leben und Beruf sowie Schule gegeben werden (= „Compassion“).


Mit all diesen Ideen im Gepäck begegnete ich dem Schulalltag sowohl der neun Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung als auch dem der vier Betreuungspersonen, in gespannter Erwartung auf die kommende Zeit. Einfach alles mit-erleben. Beginnend beim Unterricht, der so anders ist als gymnasialer Unterricht. Das Lernen schaut hier nicht auf Erfolge oder Ergebnisse. Es nimmt vielmehr Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen der Einzelnen in den Fokus. Jeder Einzelne macht seine ganz eigenen Fortschritte entsprechend seinen Möglichkeiten, denn ein gemeinsames „Niveau“ gibt es nicht. Im Mathematikunterricht bearbeitet jeder Schüler Aufgaben, die seinem momentanen Stand entsprechen, von Addition im Zehnerraum bis Multiplikation im Hunderterbereich. Die Förderung muss deshalb viel individueller sein als am Gymnasium. Aber nicht nur im Unterricht sondern auch außerhalb in der Pause, beim Schwimmen oder im Sport zeigt sich, dass weitere „Pinselstriche“ wie beispielsweise Sozialverhalten und Begabungen einen Charakter zeichnen. Behinderung ist nur eine von vielen Eigenschaften eines Menschen, sie macht ihn nicht vollständig aus. Es ist normal, verschieden zu sein. „Der“ Behinderte existiert nicht, in der Klasse herrscht eine Dynamik wie in jeder anderen auch. Das Aufeinandertreffen dieser Persönlichkeiten und die Rolle der Betreuungspersonen dabei zu beobachten war eine meiner Kernerfahrungen.

Die Klasse nimmt auch an einer Form kooperativen Lernens mit dem Gymnasium Kirchseeon teil. Die Zusammenarbeit findet in Form von Unterrichtsbesuchen der Partnerklasse in einer Klasse des Gymnasiums statt, welche im Nachhinein auch besprochen und inhaltlich behandelt wurden. Eine Buchvorstellung in der 6. Klasse war Grundlage für ähnliche Arbeit in Deutsch an der Lektüre der Partnerklasse. Außerdem trifft sich wöchentlich eine Gruppe Gymnasiasten im Rahmen eines Wahlfachs mit der Partnerklasse zur gemeinsamen Arbeit in den Fächern Sport und Kunst. Die Teamarbeit war sowohl der Partnerklasse als auch den Gymnasiasten immer ein Ansporn und beeinflusste ihre Sozialkompetenz stets positiv.


Was also bleibt, ist das Bild einer anderen Schul-und Lebensform, die ich zuvor erahnt, mir derer jedoch nicht bewusst, sie nicht ausreichend zu schätzen gewusst habe. Noch größerer Respekt gilt jetzt den Menschen, die sich voll und ganz derer annehmen, die Unterstützung in einigen Lebensbereichen benötigen. Es bleibt auch ein Bewusstsein für eine funktionierende Gemeinschaft, wie diese mit jedem Menschen zu erreichen ist; was es braucht, ein solches Zusammenleben aufzubauen, und was der Lohn aller Mühen ist. „Güte und Verständnis schenken“ eröffnet den Zugang zu den Erfahrungen und Erkenntnissen. Dafür bin ich dankbar.



Paul Gonetz, Q11

 


 

 

"Alle Menschen sind gleich", ...

... und doch scheint manchen ein "schlechteres" Schicksal als anderen vorherbestimmt zu sein. Die gegenseitige Hilfe, d.h. die Unterstützung von diesen "benachteiligten" Menschen - von Armen, Alten, Kranken, Schwachen, Behinderten, .... - muss gerade in der heutigen, immer mehr an Leistung orientierten Welt bewahrt werden. Der Mensch mit seiner Nächstenliebe und seinen Werten darf nicht in Vergessenheit geraten. Mit dieser Thematik - dem Erhalt sowie der Förderung von Werten in der heutigen Zeit - beschäftigen sich nach dem großen Auftakt im Zuge des Wertekongresses in München unter dem Motto "Werte machen stark" auch weiterhin verantwortungsbewusste Politiker und Lehrkräfte.

Ein nächster Schritt in diese Richtung war die Fortbildung "Werteorientierte Schulerziehung".

Über 120 Fachkräfte nahmen an dieser Fortbildung in der "Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung" in Dillingen teil.

Mit dabei war das EGM. Nach einer kurzen Einführung von Professor Kuld, der die Konzeption des Projektes vorstellte, und von Andrea Weber-Brandt, die die Implementierung des Praktikums an der Schule erläuterte, präsentierten Julia Murschel und Johanna Winzig das an ihrer Schule unterstützte Sozialpraktikum "Compassion" vor den erwartungsvollen Fortbildungsteilnehmern. Die Schlagworte "Dankbarkeit, Vertrauen, Gemeinschaft, Betroffenheit, Respekt und Anstrengung", die ihre Erfahrungen beim Praktikum veranschaulichen sollten, beeindruckten nicht nur die anwesenden Lehrer und Organisatoren, sondern auch den Amtschef des Kultusministeriums, Josef Erhard und den Direktor der Akademie, Dr. Paul Olbrich.

Insbesondere die vorgetragenen Bedeutungen der Schlagworte konnten von der Richtigkeit und dem persönlichen Nutzen eines solchen Sozialpraktikums für die Schüler und die "bedürftigen" Menschen überzeugen:

• Dankbarkeit, die einem von den Behinderten, Alten oder Kranken während des Praktikums entgegengebracht wurde und die Schüler beeindruckt hat.

• Gemeinschaft - als Synonym für den enormen Zusammenhalt und die schnelle Integration in die zu unterstützenden Gruppen der einzelnen Institutionen.

• Vertrauen - als eine ganz neue Erfahrung der schnellen Verbundenheit mit "anderen" Menschen.

• Betroffenheit - als Reaktion auf die Schicksale der "Gehandycapten", die einen das eigene "gesunde" Leben wertschätzen lässt.

• Respekt - als Grundlage für jedes(!) menschliche, friedliche Zusammenleben.

• Anstrengung - als ein Nebeneffekt, der dem Arbeiten mit solchen Menschen ein realistisches Bild gibt.

Ziel war es, die beeindruckenden Erfahrungen von "Compassion" denjenigen nahe zu bringen, die als Multiplikatoren dafür sorgen können, dass das Projekt auch weiterhin und an anderen Schulen unterstützt wird. Auch der Initiator der Idee "Compassion" Prof. Dr. Lothar Kuld weiß, dass das Projekt nie abgeschlossen sein und immer Kritiker haben wird. Dennoch lohnt es sich, Einsatzbereitschaft zu zeigen. Dabei zeugt die überwiegend positive Resonanz auf den Vortrag von einem weiteren kleinen Erfolg in Richtung "Werte machen stark!"

Julia Murschel, Johanna Winzig, K12

Conflict Police

Seminar der Conflict-Police in der Münsterklause

 

Am 25. September 2014 fand die Fortbildung der KOnfliktlotsen in der Münsterklause statt.

Schwerpunkt des Seminbars war nebem der Stärkung des Wir-Gefühls und des Teamgeistes die Erarbeitung  des Jahresprogramms. Besonderes Augenmerk galt hier der Konzeption von Modulen zur Förderung eines guten Klassenklimas in der Unterstufe und dem Workshop "Soziale Netzwerke - Chancen und Gefahren" für die 8. Jahrgangsstufe, der im Rahmen der Projekttage durchgeführt werden wird.

Für die 9. Klassen wurde ein Projekt zum Thema "Respekt" zusammengestellt, das in Kooperation mit der Gruppe "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" im Novembern realisiert wird.

Die Conflict-Police

 

 

                                                                                                                              ↑  zum Seitenanfang    

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