Informatik
LEGO-Roboter
Mit großer Begeisterung starteten wir vor vier Jahren mit Schülern der 7. und 8. Klassen, um in die LEGO-Robotik einzusteigen. Die großzügige Unterstützung durch Eltern und Elternbeirat ermöglichte es uns, eine Grundausstattung für die Schule zu erwerben. Nach dem Aufbau eines einfachen Roboters konnten die Schüler bereits erste Bewegungsabläufe programmieren.
Inzwischen ist der Kurs ein fester Bestandteil unseres MINT-Angebotes. Er wird in der 9. Und 10. Jahrgangsstufe ergänzt durch „Einführung in die Elektronik“. Hier haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit die Grundlagen der Halbleiterelektronik zu erlernen. Es stehen uns Experimentierkästen zur Verfügung, um schnell das theoretische Wissen praktisch um zu setzten.
In der 11. Jahrgangsstufe werden im Kurs „Informatik II“ die JAVA-Kenntnisse erweitert. Je nach Interesse der Kursteilnehmer findet auch eine Einführung in die Bildbearbeitung mit dem Freewareprogramm „gimp“ statt. Weiterhin können die Kenntnisse bei naturwissenschaftlichen Simulationen durch die sog. „Methode der kleinen Schritte“ mit einem Tabellenkalkulationsprogramm vertieft werden.
Barbara Secknus - Wolfhard Klement (Physik/Informatik)
Informatik in der 6. Jahrgangsstufe
Ob Lehrer, Eltern oder Schüler – allen Beteiligten ist bewusst, dass das G8 vom Start weg einen hohen Einsatz von unseren Kindern erfordert. Um sie nicht zu überfordern, sollten wir deshalb jeden nur erdenklichen Spielraum nutzen, den die Reform des Gymnasiums uns eröffnet. Schon früh richtete sich deshalb im Pädagogischen Arbeitskreis des EGM das Augenmerk darauf, wie wir die Belastung unserer Schülerinnen und Schüler verringern können, ohne dabei Abstriche an der Qualität des Unterrichts in Kauf nehmen zu müssen.
Ein gutes Beispiel aus unserer Praxis, wie sich Unterrichtszeit sinnvoll – nämlich verbunden mit einer gleichzeitigen Verbesserung des Lernumfeldes – einsparen lässt, ist die bei uns in der sechsten Jahrgangsstufe durchgeführte Koppelung der Intensivierungsstunde Deutsch mit dem Fach Informatik. Was sich zunächst nach einer Zwangsheirat zwischen zwei unvereinbaren Partnern anhört, erweist sich bei näherem Hinsehen sehr schnell als Liebesbeziehung zweier sich ideal ergänzender Fächer.
Betrachten wir zunächst die Ausgangssituation.
Auch ohne allzu viel Fantasie kann jeder sich leicht vorstellen, wie viel effektive Unterrichtszeit einem Lehrer verbleibt, der mit 30 Schülern für 45 Minuten einen Computerraum benutzt! Unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Fach Natur und Technik, dem die Informatik zugeordnet ist (und trotz unseres neuen Ansatzes auch bleibt!), können aus früheren Jahren ein Lied davon singen. Den Informatikunterricht, der ein Drittel des Natur und Technik-Stoffes umfasst, aber als Blockunterricht auf einen Teil des Schuljahres zu beschränken, verbietet sich nicht nur aus organisatorischen, sondern auch aus pädagogischen Gründen.
An dieser Stelle ist nun pädagogische Kreativität gefragt! Und tatsächlich: Wer erst einmal begonnen hat, über den fachdidaktischen Tellerrand hinauszuschauen, dem springt die Verwandtschaft der Lerninhalte in den Fächern Informatik und Deutsch förmlich ins Auge:
- Die Textverarbeitung ist das Arbeitsmittel schlechthin für den Umgang mit Texten, und zwar nicht nur beim Schreiben sachlicher Briefe und Berichte, sondern auch beim kreativen Schreiben und bei den gemeinhin nicht sonderlich beliebten Grammatikübungen.
- Die Beherrschung geeigneter Präsentationsprogramme unterstützt die Kinder in vielfältiger Weise bei der Vorbereitung und Durchführung von Referaten und Vorträgen.
- Objektorientiertes Denken und Arbeiten hilft den Schülerinnen und Schülern beim Klassifizieren und Hierarchisieren von Informationen in Stoffsammlungen, Schreibplänen und Gliederungen.
Hinzu kommen die unbestreitbaren organisatorischen und pädagogischen Vorteile, denn während der Intensivierungsstunden unterrichten wir die Schüler mit halber Klassenstärke – also zwei Lehrer je Klasse. Die Problematik der großen Gruppen im Computerraum ist also passé! Gleichzeitig lernen die Kinder schneller und effizienter, denn aufgrund der inhaltlichen Synergieeffekte und der angebotenen Projektarbeit befruchten sich beide Fächer gegenseitig. Kurz gesagt: Wir vermitteln Wissen aus der Informatik über Inhalte des Faches Deutsch und stärken damit beide Fächer.
Bei alldem verbleibt jedem Deutschlehrer genügend Spielraum, seine eigenen Schwerpunkte im Zusammenspiel mit der Informatik zu setzen.
Die lehrplanbezogene Arbeit in unserem „Doppelfach“ wird ergänzt durch einen zusätzlich angebotenen Tastschreibkurs: Die meisten Schüler des Jahrgangs ergreifen gern die Gelegenheit, sich rechtzeitig in einer Schlüsseltechnik unseres Informationszeitalters schulen zu lassen.
Trotz Fächerkoppelung und Projektunterricht blieb und bleibt es jedoch dabei, dass die in Informatik erbrachten Leistungen zu einem Drittel für die Note im Fach Natur und Technik zählen. Um das Bild von der Liebesheirat zwischen Deutsch und Informatik noch einmal aufzugreifen: In Wahrheit handelt es sich – fast könnte man sagen um eine ménage à trois zwischen den beteiligten Fächern, und zwar zum Wohle aller Beteiligten. Und so möchte ich dieser ungewöhnlichen Fächerkombination ein möglichst langes Leben wünschen!
Gerald Schmitt-Friedel
Informatiklehrer




