Fortnite bei Jungs, TikTok bei Mädchen

Schulpsychologe Cronenberg erklärt Trends der digitalen Mediennutzung

Drei bis vier Stunden pro Tag nutzen Jugendliche durchschnittlich ihr Smartphone – Tendenz steigend! Diese Zahl nannte Schulpsychologe Ulf Cronenberg bei seinem Vortrag am Egbert-Gymnasium. Viele Eltern, auch aus der benachbarten Grundschule, waren gekommen, um sich über die neuesten Trends aufklären zu lassen. Nach Angaben Cronenbergs ist die Unterhaltungsfunktion mittlerweile wichtiger als die Kommunikation, und die bevorzugten Apps sind „Instragram“ oder „Snapchat“.

Der Schulpsychologe informierte die Eltern zunächst über „Fortnite“, das beliebteste Spiel unter den Jungen. Es wird erst einmal kostenlos heruntergeladen, doch kann man gegen Bezahlung zum Beispiel neue, bessere Waffen und Anzüge kaufen. Eine Runde dieses Spiels nennt sich „Battle Royale“. Dabei bekämpfen sich knapp 100 Spieler auf einer Insel bzw. auf einem unbekannten Areal, das sich nach geraumer Zeit selbstständig verkleinert. Ein Spiel dauert 25-30 Minuten. Ziel ist es als letzter dieser Runde übrigzubleiben. Folglich sind die Gewaltanwendung, das Suchtpotential und die versteckten Kosten auch die größten Kritikpunkte, die Cronenberg daran ausmachte.

Bei den Mädchen sieht der Medienkonsum nicht wesentlich anders aus. Bei ihnen liegt die App „TikTok“ im Trend. Benutzer können Musikclips anderer ansehen, außerdem selbst kurze Clips aufnehmen und bearbeiten. Anleitungen dazu finden sich auf YouTube. Die Kritik an „TikTok“ bezieht sich vor allem auf den mangelnden Datenschutz. Auch können Nutzer die Altersbeschränkung leicht unterlaufen, da das Geburtsdatum nicht überprüft wird. „Die Jugendlichen stellen sich zur Schau, bauen eine Scheinwelt auf und nehmen viele laszive und sexuell konnotierte Videos auf“, so Cronenberg. Diese Videos machen es Sexualstraftätern leichter, Opfer zu finden. Immer wieder komme es zu spöttischen Kommentaren bis hin zu Cybermobbing.

Insgesamt acht Tipps hatte Cronenberg für die Eltern parat, um den Problemen zu begegnen:

  • Medien nicht generell verbieten, sondern stattdessen sich ein Bild machen, sich Soziale Netzwerke zeigen zu lassen, sie versuchen zu verstehen und sie selbst auszuprobieren.
  • Immer wieder das Gespräch über Geräte und Internet suchen, aber es nicht übertreiben.
  • Klare Regelungen treffen, wie eine Zeitbegrenzung oder gerätefreie Zeiten und bei jüngeren Kindern die Aktivität kontrollieren.
  • Beim Klassenelternabend Grundregeln vereinbaren, dass beispielsweise das Handy ab 20 Uhr abgegeben wird.
  • Selbst ein Vorbild sein, indem man das Smartphone bei gemeinsamen Unternehmungen nicht benutzt oder den Kindern zeigt, wie man das Internet sinnvoll nutzen kann.
  • Die Anschaffung eigener Geräte für die Kinder möglichst herauszögern, oder so platziert werden, dass die Eltern vollen Überblick über die Nutzung und die Nutzungsdauer haben.
  • Alle anderen Aktivtäten fördern, wie Sportverein, Jugendgruppen und Lesen.
  • Kindersicherungen in Betriebssystemen nutzen, indem man Gerätenutzungszeiten, einen Content-Filter oder kein freies Kaufbudget hinzufügt, sodass die Eltern alles genehmigen müssen.

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