Neue Lotsen gehen an Bord!
Das Schuljahr 2008/09 stand für die Streitschlichtergruppe am EGM ganz im Zeichen des Neuaufbruchs. Die Gründungsgruppe war in den vier Jahren unseres Bestehens durch Abgänge immer mehr geschrumpft, so dass Ende des letzten Schuljahrs klar war, dass neue Mitglieder geworben werden müssen.
Tatsächlich meldeten sich 9 Schülerinnen und Schüler, eine erfreuliche Zahl, besonders der hohe Jungenanteil von 4 Schülern. In unserem traditionelle Seminar am Anfang des Schuljahres wurden den Neuzugänge durch die Fachbetreuer und die alten Schlichter die Grundlagen der Mediation beigebracht und zugleich beraten, wie wir im anlaufenden Jahr unsere Präsenz über die bereits bestehenden Termine und Angebote, wie die Ankommenstage der 5-Klässler, die Religionseinheit in den 8. Klassen und die Einzelfallschlichtung, ausweiten könnten.
Viele unserer Ideen konnten bereits umgesetzt werden, so konnte zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen den Streitschlichtern und den Tutoren noch intensiviert werden, indem die Streitschlichter bei der Auswahl und Ausbildung der Tutoren maßgeblich mitwirkten und auch gemeinsame Projekte wie die Kennenlern- und Ankommenstage erfolgreich waren. Zu diesem Zweck wurden auch Klassenstreitschlichter eingeführt, die, genau wie die Tutoren, sich für ein Jahr um eine Klasse kümmern und mit ihnen Spiele und Projekte realisieren. Dadurch haben die Schüler konkrete Ansprechpartner, wenn sie sich an die Conflict-Police wenden wollen.
Die neuen Streitschlichter nahmen im Laufe des Jahres bereits verantwortungsvolle Aufgaben in unseren Projekten ein. So beispielsweise in der Unterrichtseinheit „Konflikte, Schuld und Versöhnung“ im März, in der die Streitschlichter im Religionsunterricht den 8.Klassen Entstehung und Vermeidung von Konflikten anschaulich präsentierten. Oder am Projekttag des Tagesheims Ende April, an dem wir einen Nachmittag mit Aktivitäten zum Thema „Spielen und Lernen“ gestalteten.
Gutes Miteinander Fördern
Unter dem Motto „Spielen und Lernen“ standen auch die Unterrichtseinheiten, die die Streitschlichter in der Unterstufe gestalteten. In Gruppenspielen wurde die Notwendigkeit eines guten Miteinanders und einer guten Klassenatmosphäre verdeutlicht und gezeigt, dass der einzelne nur in der Klassengemeinschaft weiter kommt. Was diese Gemeinschaft gefährden kann und wie man darauf reagiert, wurde im Anschluss an die Spiele im Plenum diskutiert.
Um unsere Philosophie zu verbreiten und noch mehr Resonanz von den Schülerinnen und Schülern zu erhalten, weisen wir während des Jahrs immer wieder auf unsere Angebote und Hilfe hin, sei es innerhalb der Schule bei Vollversammlungen und in einzelnen Klassen oder bei externen Veranstaltungen wie dem Schulfest und dem Tag der Offenen Tür.
Damit versuchen wir auch Anregungen an andere Lehrer und Schulen zu geben, selbst eine Streitschlichtergruppe als unverzichtbaren Teil zur Erhaltung einer intakten Schulfamilie einzurichten.
Jakob Lahrsow, K12
Luft ablassen, Macht ausüben, Zuschlagen ? Muss das sein? Gewalt an Schulen
Am 25. Juni 2009 machten wir vier Streitschlichter, Laura, Peter, Christina und Johanna, uns mit unserer vertrauensvollen und zuverlässigen Wegbegleiterin Frau Andrea Weber-Brandt auf den langen Weg nach Bamberg. Das Ziel war die Tagung zum Thema „Einfach nicht zu erklären ... Gewalt an Schulen?“ im Theresianum.
Dort wurden wir vor die Herausforderung gestellt, vor einem sehr anspruchsvollen Publikum, das sich aus Direktoren unterschiedlicher Schularten und Professoren der Universität Bamberg zusammensetzte, unsere Angehensweise der Gewaltprävention an unserer Schule, dem Egbert-Gymnasium-Münsterschwarzach, und somit die Vorgehensweisen und die CP-Philosophie zu präsentieren.
Die Mitglieder der Tagung wurden nicht nur durch das überzeugende Auftreten unserer kleinen Gruppe, sondern auch durch den großen Einsatz, den wir Friedensstifter über die vier Jahre unserer Existenz geleistet haben, und noch leisten werden, sehr beeindruckt.
Am Ende der Multiplikatorentagung wurden E-Mail-Adressen und Telefonnummern ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben und gemeinsam neue Wege des friedlichen Umgangs miteinander zu finden.
Diese Tagung war für uns beteiligte Mediatoren eine wertvolle Erfahrung:
Wir haben gesehen, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich um den guten Umgang miteinander bemühen. Das gibt uns Kraft und Motivation für unseren weiteren Weg! Noch dazu bekamen wir ein gutes Feedback im Bezug auf unsere professionelle Präsentation und unser ausgezeichnetes Teamwork und im Besonderen auf unser „Friedenskonzept“.
Christina Bogdanov, K12


