Mit Spiel zum Ziel

Schulentwicklung am EGM geht neue Wege

 „Schule neu denken“ – unter diesem Motto stand die Werkstatt zur Schulentwicklung am Egbert-Gymnasium. Acht Lehrkräfte hatte der neue Schulleiter Markus Binzenhöfer eingeladen und gemeinsam mit ihnen drei Tage verbracht, um das gewachsene Profil zu schärfen und neue Akzente am EGM zu entwickeln. Moderiert wurde der Prozess von Dr. Johannes Rosenberger aus München, der nicht aus dem schulischen Bereich kommt, sondern sich als Allgemeinarzt, IT-Fachmann und Unternehmensberater einen Namen gemacht hat.

Rosenberger wendete mit den Lehrkräften die Methode „Lego Serious Play“ an, die die Vorzüge des Spiels und des Modellierens mit Legosteinen mit den schulischen Belangen verbindet. Auf den ersten Blick ist die Methode ein Kinderspiel: Die Lehrkräfte bauen aus Legosteinen verschiedene Modelle, zum Beispiel: Wodurch zeichnet sich die Identität des Egbert-Gymnasiums aus? Welchen Beitrag als Lehrer leiste ich? Was fehlt noch, damit ich mich an dieser Schule in fünf Jahren noch wohler fühle? Die Modellbauer erläuterten ihr Werk, errichteten daraus gemeinsame Gebilde und zogen Verbindungslinien zwischen der aktuellen Situation und einem künftigen Idealzustand. Auch die Schritte, die auf dem Weg dorthin nötig wären, und die „Agenten“, die diesen Weg beeinflussen, wurden in den Blick genommen.

Die Methode des „ernsthaften Spielens“ ist wissenschaftlich fundiert. Forschungen haben ergeben, dass Denkprozesse in Verbindung mit körperlicher Bewegung und Empfindung – und insbesondere mit den Händen – zu einem tieferen und länger anhaltenden Verständnis der Umgebung und ihrer Möglichkeiten führen. Die behandelten Themen sollen nicht nur visualisiert, sondern durch das Bauen von metaphorischen Modellen im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ werden. Einsicht, Inspiration und Vorstellungskraft sollen so gefördert werden.

Übereinstimmend stellten die Lehrkräfte dabei fest, dass die christlich-benediktinische Ausrichtung für das Egbert-Gymnasiums prägend ist und bleiben wird. Einzigartig macht die Schule auch die Fülle der Ausbildungsrichtungen, also der alt- und neusprachliche, der musische und naturwissenschaftliche Zweig. Dies kommt den verschiedenen Begabungen der Schüler ideal entgegen. Durch die Trägerschaft der Abtei ergeben sich besondere Möglichkeiten für die Schüler, etwa im spirituellen Bereich, aber auch durch das Voltigieren, die Sternwarte, die Musical-Arbeit, das  Theater oder den Schulsportverein DJK Egbert-Gymnasium. Eine Arbeitsgruppe wird sich künftig unter anderem mit der Frage beschäftigen, wie man diese „Leuchttürme“ noch besser mit dem Unterricht verzahnen kann und die Schüler dadurch inspiriert und entlastet werden.

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