„Luther im Schulhaus“

- das EGM erlebte eine Themenwoche zur Reformation

Vor dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags zu Wittenberg, der die Reformation ausgelöst hat, kamen Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums innerlich und äußerlich in Bewegung. Im Rahmen der Religionsunterrichtsstunden machten sie sich im Schulhaus auf die Suche nach Zitaten von Luther. An zwölf ausgewählten Stellen konnten sie fündig werden und die Sätze abschreiben.

 

So war gleich am Eingang der Schule der Satz zu lesen: „Bei den Kindern muss angefangen werden, wenn es im Staat besser werden soll.“ Auf dem Weg zur Conflict Police, einer schulinternen Gruppe zur Lösung von Klassenkonflikten, fand sich der Satz: „Eine Lüge ist wie ein Schneeball; je länger man ihn wälzt, je größer wird er.“ An der Kapelle stand eine Holzstele mit dem Satz: „Heute habe ich viel zu tun, darum muss ich auch viel beten.“

 

Die ausgewählten Zitate sollen die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen berühren und etwas im Inneren in Bewegung bringen. Wenn sich die Mädchen und Jungen dann wieder im Klassenzimmer sammeln, haben sie einen guten Zitateschatz zusammengetragen. Sie reagieren nun ganz persönlich auf ein ausgewähltes Zitat mit einem Brief an Martin Luther. Ist der Brief gut gelungen, kann er Eingang finden in eine gebundene Briefsammlung, die nach den Ferien im Foyer der Schule ausliegen wird.

 

Weshalb ist es nach 500 Jahren noch wichtig, sich mit Luther auseinander zu setzten – zumal als Schule in der Trägerschaft eines Benediktinerordens? Martin Luther hatte das Ziel, den geschichtlichen Abstand der Kirche zu ihrer ursprünglichen Lehre von Jesus Christus bewusst zu machen. Neben Widerstandsgeist, Ethik, Worten zu Bildung und Arbeitshaltung, zu Besitz und Reichtum, zu Gerechtigkeit und Gewissen ging es Luther immer um das Eine: das Vertrauen zu Jesus. In dieser festen Gottesbeziehung konnte er zugeben, dass er oft zu stolz ist, und bitten: „Hier stehe ich, mach Du mich anders!“

 

Und mit dem Grundvertrauen kann auch die Grenze zwischen den Konfessionen überwunden werden, weil dann Menschen nicht mehr über Gott streiten, sondern gemeinsam zu ihm sprechen.

 

Esther Zeiher, Ev. Religionslehrerin am EGM

 

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