Emotionaler Abschied von Robert Scheller am EGM

Bei der Verabschiedung von Robert Scheller gab es viele lobende Worte – und auch ein paar Tränen.

Nach 17 Jahren ist OStD Robert Scheller als Schulleiter des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach (EGM) verabschiedet worden. Zur Feier in der Schulaula am Donnerstag kam neben prominenten Gästen aus Politik und Kirche die Kloster- und Schulfamilie in der Aula der Schule zusammen.

Abt Michael Reepen OSB würdigte die Verdienste Schellers als erster Nicht-Mönch an der Spitze der Klosterschule in einer emotionalen Laudatio. Als Scheller 2002 ans EGM kam, hätte dieser den nötigen und wichtigen Außenblick mitgebracht und somit auch Altes hinterfragt. Das sei für beide Seiten anfangs nicht immer einfach gewesen. Umso mehr betonte der Abt die ständige Präsenz von Scheller – sei es in der Schule, im Kloster oder auf Veranstaltungen.

Eine besondere Begabung Schellers sei aber sein Namensgedächtnis sowie sein ehrliches Interesse an Schülerinnen und Schülern."Und Sie kennen die Geschichten zum Namen. Sie sind ein Direktor der Sorge getragen hat", so der Abt weiter. Eine benediktinische Qualität käme dabei zum Vorschein: die des Dienens. Als Direktor habe Scheller den Menschen gedient.

In Erinnerung an das Jubiläumsmotto "Be open" zum 1.200 Bestehen der Abtei 2016 dankte Abt Michael dem scheidenden Schulleiter für seine Offenheit und überreichte ihm die höchste Auszeichnung der Abtei Münsterschwarzach: Den goldenen karolingischen Schlüssel aus dem 8. Jahrhundert, der seit dem Jubiläumsjahr als Wahrzeichen für das Kloster steht.

In Erinnerung an das Jubiläumsmotto "Be open" zum 1.200 Bestehen der Abtei 2016 dankte Abt Michael dem scheidenden Schulleiter für seine Offenheit und überreichte ihm die höchste Auszeichnung der Abtei Münsterschwarzach: Den goldenen karolingischen Schlüssel aus dem 8. Jahrhundert, der seit dem Jubiläumsjahr als Wahrzeichen für das Kloster steht.

Neben musikalischen, filmischen und schauspielerischen Darbietungen der Schülerinnen und Schüler gestaltete Br. Jeremia Schwachhöfer OSB Talkrunden mit wichtigen prominenten Wegbegleitern Schellers aus Politik, Kirche und den Schulwesen.

Per Videobotschaft bedankte sich Landtagsabgeordnete Barbara Becker bei Scheller, die selbst seit drei Wochen "keine EGM-Mama" mehr sei. Sie erinnerte sich an das Schlangestehen bei der Anmeldung an der Klosterschule und das persönliche Gespräch Schellers mit dem Wartenden. Für den Ruhestand empfahl sie dem Workaholic allerdings erst einmal Urlaub.

Landrätin Tamara Bischof lobte den persönlichen Einsatz Schellers für die Schülerinnen und Schüler des Landkreises Kitzingen. Das EGM habe sich durch ihn herausragend entwickelt. Die soziale Komponente Schellers stellte Volker Schmitt, Bürgermeister von Schwarzach am Main, besonders heraus. Scheller verstehe es aber auch, das soziale Engagement anderer zu fördern.

Domdekan Prälat Günther Putz verbinde eine außerordentlich lange Beziehung zu Scheller – auch weil er selbst gerade als Schulreferent im Bistum Würzburg verabschiedet wurde. "Wir beide wissen, wann man aufhören muss", antwortete er auf die Frage Br. Jeremias, ob sie sich abgesprochen hätten. Ihm falle es schwer, eine solche Persönlichkeit in Worte zu fassen. Er verglich ihn daher mit der Figur des "Figaro im Barbier von Sevilla". Diese mache alles auf einmal, schmeiße den Laden und habe alles in der Hand. So leite er auch das EGM "und zwar nicht als Eliteschule, sondern als Schule für jedermann."

Die Leitende OStDin Monika Zeyer-Müller, die Ministerialbeauftragte, erinnerte sich an "wunderbare gemeinsame Jahre auf Augenhöhe, in denen wir hervorragend zusammengearbeitet haben". Auch als Dienststelle seien sie Scheller besonders dankbar für die Unterstützung. Weiter lobte sie die ausgezeichnete Schülerzeitung "PEERplus", die vor kurzem zur besten Schülerzeitung Deutschland erklärt wurde. Dir. Dr. Peter Nothaft vom katholischen Schulwerk zeichnete Scheller mit einer besonderen Verdiensturkunde aus und entließ ihn damit aus dem Schuldienst.

Auch die Vertreterinnen und Vertreter des Münsterschwarzacher Kreises (MSK), des Elternbeirats und der Schülerschaft honorierten Schellers Engagement. "Er ist eine Respektsperson, aber niemand, vor dem man Angst haben muss, sondern zu dem man aufschaut", so Jule Bauer von der SMV. Hermann Hadwiger, Vorsitzender des MSK, hob Schellers Omnipräsenz und Genauigkeit hervor. "Herrn Scheller kam es in erster Linie auf das Wohl der Schüler an. Er gibt keinen einzigen Schüler verloren", so Elternbeiratsvorsitzende Heike Wiegand. Den Schüler an die erste Stelle setzen – dafür solle Schule da sein und dafür stehe Scheller ganz besonders.

Sein besonderes Namens- und Geschichtengedächtnis bewies Robert Scheller in seiner Abschiedsrede, die er unter das Wort "Danke" stellte. Seine wichtigsten Lebensstationen stellte er mit kurzweiligen Anekdoten und persönlichen Geschichten über die Menschen, die diese geprägt haben, heraus. "Ich kann dankbar zurückblicken. Ich habe meine Energie gerne für die anvertraute Jugend eingebracht", schloss er seine Rede und wurde mit stehendem Applaus und einigen feuchten Augen im Publikum verabschiedet.

Am Ende der Feierstunde stand auch die offizielle Einführung von Schellers Nachfolger Markus Binzenhöfer auf dem Programm. Abt Michael zeigte sich überzeugt, dass Binzenhöfer die Schule in eine gute Zukunft führen werde: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen als Schulleiter unseres Egbert Gymnasiums. Mögen Sie ein Benediktiner – ein Gesegneter – sein, zusammen mit der ganzen Schulfamilie!"

Binzenhöfer, der seit 2011 stellvertretender Schulleiter war, dankte für das Vertrauen des Konvents zur Ernennung zum neuen Schulleiter und Robert Scheller für die persönliche Verbundenheit in den vergangenen Jahren. Er stellte die Besonderheit des EGMs als Klosterschule heraus. Das "Mehr".

In diesem "Mehr" stecke nicht nur die Wissensvermittlung nach Lehrplan, sondern echte Diskussion. Oder Zusatzbereiche wie Theater, Sport, Schülerzeitung. Diese Bereiche würden die Menschen ganz zu sich führen – und zu anderen. Das "Mehr" sei auch der Umgang untereinender, wertschätzend und angstfrei. Und als christliche Schule natürlich auch die Beziehung zu Gott und Jesus Christus, die mitgingen und tragen würden. "Mit dem was ich kann, will ich dafür sorgen, dass dieses 'Mehr' umgesetzt werden kann. Bitte unterstützen Sie mich dabei" bat Binzenhöfer zum Abschluss.

Mit einem Stehempfang im Schulhof unter musikalischer Gestaltung der Schwarzier Buam endete die Verabschiedung – die sicherlich für Robert Scheller kein endgültiger Abschied von seinem EGM sein wird.

 

Von Julia Martin

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