Ein Vierteljahrhundert in Freundschaft

EGM feiert Jubiläum des Schüleraustauschs mit Mulhouse

Derzeit befinden sich 13 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrkräfte des Egbert-Gymnasiums im Elsass, um am Austausch mit der Institution Sainte Jeanne d’Arc in Mulhouse teilzunehmen. Der Austausch findet jährlich statt, und doch handelt es sich in diesem Jahr gerade wegen dieser Regelmäßigkeit um eine besondere Reise, wurde doch die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen vor 25 Jahren begründet.

Beide Schulen würdigten diesen besonderen Anlass mit kleinen Feiern. So kamen vor zwei Wochen, als die Franzosen in Münsterschwarzach zu Gast waren, die Französischschüler der 10. Klassen am EGM und die Gäste aus Frankreich zusammen, um gemeinsam die Ansprachen von Abt Michael Reepen, dem Begründer des Austauschs Michel Plich und dem derzeit verantwortlichen Lehrer Alexander Kaufmann zu lauschen. Herr Kaufmann durfte neben Vater Abt und Herrn Plich auch den Schulleiter OstD Robert Scheller, Herrn Plichs Nachfolger Albert Heuring und die französischen Lehrerinnen Edwige Riedweg und Elisa Kannengiesser begrüßen. Herr Plich berichtete sehr anschaulich über die Anfänge des Austauschs, woraufhin Herr Kaufmann kurz schilderte, wie seine Teilnahme als Schüler am ersten Austausch im Jahr 1994 seinen späteren beruflichen Werdegang beeinflusste. Schließlich fand Abt Michael sehr persönliche Worte zur deutsch-französischen Freundschaft. Sein Vater, der in Kriegszeiten Frankreich noch als feindliche Macht erlebt hatte, habe später bei jeder Überquerung des Rheins betont, welch großes Geschenk gerade die deutsch-französische Versöhnung sei.

Interessanterweise fanden sich auch zwei Wochen später bei den Feierlichkeiten in Frankreich der Vater und der Rhein wieder, als der Künstler Henri Walliser, mit dem die Schülerinnen und Schüler an einem Logo für den Austausch arbeiteten, von einer Beobachtung seines Vaters erzählte. Der Rhein nämlich sei keine Trennlinie zwischen Deutschland und Frankreich und sei dies auch nie gewesen. Vielmehr weckt jeder Fluss die Neugier auf das, was sich auf der anderen Seite befindet, und erzeugt so auf Dauer mehr Verbindendes als Trennendes.

Auch der neue Schulleiter der Institution Sainte Jeanne d’Arc, Fabrice Stengel, betonte die Wichtigkeit des persönlichen Austausches, der mehr als alle Konzepte und politischer Wille zum Frieden und Verständnis zwischen den beiden Ländern beitrage und zu den Kernaufgaben einer weltoffenen Schule gehöre.

Wie eng die Verbindung zwischen den beiden Schulen inzwischen geworden ist, durften Schüler wie Lehrer durch viele kleine Gesten erleben. So erwarteten beispielsweise einige französische Austauschschüler ihre Partner bei der Ankunft mit den Abteischlüsseln um den Hals, die ihnen in Deutschland überreicht worden waren, und das Motto des Abteijubiläums vor wenigen Jahren wird damit auch ein Stück weit Motto für den Austausch: Be open!

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