„Die Maske des Ruchlosen“

Oberstufen-Theater am Egbert-Gymnasium

Er war ein Genie, aber gleichzeitig auch eine Bestie, ein Massenmörder: Jean-Baptiste Grenouille tötet in Patrick Süßkinds Roman „Das Parfum“ 25 junge Frauen, um den perfekten Duft zu erschaffen. Auf Basis dieser Vorlage entwickelte die Gruppe des Oberstufentheaters des Egbert-Gymnasiums das Stück „Die Maske des Ruchlosen“. Regisseur Michael Aust nutzte Elemente des epischen Theaters, um bestimmte Romanstellen einerseits vorzutragen und andererseits die innere Befindlichkeit der Protagonisten mit Hilfe des darstellenden Spiels zum Ausdruck zu bringen.

Grenouille gelingt es mit seinem perfekten Duft, seine Umgebung zu manipulieren, seine Mitmenschen um ihren Verstand zu bringen. Er steuert sie nach Belieben. Diese Verführbarkeit des Menschen nahm einen breiten Raum in der Inszenierung ein, und dabei gab es eine Reihe von Anspielungen auf unsere heutige Zeit: vom Klimawandel bis zur Flüchtlingskrise. Das Bühnenbild präsentierte sich sehr reduziert, auch die Kostüme der Schauspieler waren zumeist in schlichtem Beige gehalten. Äußerlichkeiten sollten nicht ablenken von dem Geruchssinn, der auf der Bühne des Theaters nur als Illusion zu erzeugen ist.

Kontrastiert wurde das schlichte Bühnenbild durch Filmsequenzen, die im Hintergrund abliefen. Wenn Grenouille in selbstverliebter Selfie-Manier erklärt, wie man in sechs Schritten zur maximalen Manipulation gelangt, dann läuft der Videomitschnitt seiner krank-faszinierenden Gedanken im Hintergrund auf der Großbildleinwand in der Ich-Perspektive mit. Auf diese Art und Weise gelang es der Theatergruppe, mit Hilfe modernster Videotechnik die Ambivalenz des Charakters Grenouille zu verdeutlichen. Es spielten J. Rümmele, J. Radel, K. Schneider, S. Müller, N. Eichelmann, Y. Walter und D. Horlemann.

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