Besuch beim Prinzen Homburg

Egbert-Gymnasium und Mainfrankentheater arbeiten zusammen

Das Egbert-Gymnasium kooperiert mit dem Mainfrankentheater Würzburg: Im Kooperationsprojekt tusch100 wird das Klassenzimmer zum Spielraum und die Bühne ein Teil des Unterrichts. Die Schüler profitieren vom vielfältigen Angebot des Theaters und lernen es in all seinen Facetten kennen, wie kürzlich die 11. Jahrgangsstufe beim Besuch der Inszenierung des Stücks „Prinz Friedrich von Homburg“ von Heinrich von Kleist.

Die Schüler hatten das Drama im Unterricht gelesen und erlebten nun hautnah, wie der schlafwandelnde, liebestolle Prinz als Offizier die Befehlsausgabe überhört, sich in der Schlacht eigenmächtig über den Befehl hinwegsetzt und dann trotz des siegreichen Ausgangs zum Tode verurteilt wird. Dass er dann, von Angst beseelt, alle preußischen Militärtugenden über Bord wirft und um Gnade winselt, war für die zeitgenössische Obrigkeit zu viel – Kleist hat keines seiner Stücke zu Lebzeiten auf der Bühne gesehen. Der Konflikt zwischen der individuellen Moral auf der einen Seite und der Staatsraison auf der anderen ist aber auch heute noch aktuell. Das sahen auch die Schüler so: Was würden wir aufgeben, nur um unser Leben zu retten? Diese Diskussion ging im Unterricht weiter.

Die Idee, die hinter dem Projekt tusch100 steckt, ist simpel: Alle Schüler der kooperierenden Schulen gehen einmal im Jahr ins Theater. Das heißt: Jeder Schüler jeder Klasse erlebt Theater. Und das zu einem fairen Preis von 6 Euro pro Schülerticket. So nehmen alle Schüler an diesem besonderen Projekt zur ästhetischen und kulturellen Bildung teil. Ergänzt werden kann der Theaterbesuch durch das kostenfreie theaterpädagogische Begleitprogramm wie zum Beispiel vorbereitende Theaterworkshops, Inszenierungsgespräche oder Theaterführungen.

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