Austausch EGM - Istituto Statale di Istruzione Superiore „Ernesto Balducci“ von Pontassieve

Gegenbesuch der Italiener vom 26.11. bis 03.12.2018

Im Prinzip wäre dem „Originalton“ einer Schülerin aus Münsterschwarzach über den Austausch nichts Wesentliches mehr hinzuzufügen: „Dieser Austausch war für mich eines der größten, besten und schönsten Erlebnisse in meiner gesamten Schulzeit“.

Dem kritischen Außenstehenden sollen die Gründe für einen so umfassenden Enthusiasmus nicht verheimlicht werden: Das gemeinsam absolvierte Programm war einerseits eingebettet in den Schulalltag des Egbert-Gymnasiums und verschaffte den italienischen Gästen einen adäquaten Einblick in den deutschen Schulalltag, sorgte für Gesprächsstoff und schärfte die Sicht auf die jeweils eigene Situation. Andererseits sorgte eine Fahrt nach Berlin zum Besuch des Reichtagsgebäudes und des Bundestages bei einer laufenden Befragung der Regierung sowie das Erlebnis der Eröffnung des „Christkindlesmarktes“ in Nürnberg für einmalige Momente, die sich im Gedächtnis aller Beteiligten wahrscheinlich einen festen Platz erobert haben. 

Das Programm fühlte sich dem Ziel verpflichtet, den Gästen die Besonderheiten unserer Schule zu vermitteln. Dazu gehörte, gleich am ersten Tag, ein musikalischer Auftakt, mit dem SchülerInnen des musischen Zweiges den Advent höchst stimmungsvoll begrüßten. Mit ungläubigem Staunen registrierten die Italiener, dass in Münsterschwarzach auch Pferde „in die Schule gehen“, und wer sich dann auf den Rücken eines so großen Tieres wagte, konnte in der Regel feststellen, dass er eine viel bessere Figur machte, als er vielleicht befürchtet hatte.

Die Unverwechselbarkeit des Egbert-Gymnasiums erwächst nicht zuletzt aus der Zugehörigkeit der Schule zu einem Benediktinerkloster. Pater Jesaias machte die Gäste  schwungvoll mit der weitläufigen Klosteranlage und wichtigen Grundgedanken des mönchischen Lebens vertraut; es gelang ihm aber auch, die gesamte Gruppe behutsam in einen erstaunlichen Zustand meditativer Stille und Einkehr zu führen, in dem Zeit und Raum sich aufzulösen schienen. 

Der Besuch der Gäste aus Italien konnte nur gelingen dank des uneingeschränkten Engagements der Schülerinnen und Schüler des Egbert-Gymnasiums; vielleicht war der unsichtbare Geist der benedediktinischen Gastfreundschaft auch hier am Werk. Die Italiener wurden von ihren deutschen Gastgebern gleich am Abend der Ankunft in der Münsterklause opulent bewirtet und durften auch am vorletzten Abend ihres Aufenthaltes in den deutschen Familien deutsche Kochkünste genießen. Die deutschen Schüler ihrerseits freuten sich über eine Einladung zum Abendessen in der Münsterklause am letzten Tag des Besuches, der nicht selten deutliche Abschiedsschmerzen mit sich brachte.

Die benediktinische Gastfreundschaft erleichterte die gesamte Organisation des Austausches ganz erheblich, insbesondere durch die Unterbringung der Gruppe aus Pontassieve in der Münsterklause. Dafür danken alle Beteiligten an dieser Stelle der Abtei mit aufrichtiger Herzlichkeit.

Dankbar bleibt darüber hinaus die nicht selbstverständliche Geste des Bürgermeisters von Schwarzach zu vermerken, der die Gruppe bei einem Empfang mit offenherziger Freundlichkeit begrüßte und einen lebendigen Einblick in die Lokalpolitik einer kleinen unterfränkischen Gemeinde vermittelte.

Nicht zuletzt und insbesondere gilt dem Direktor der Schule und allen beteiligten Lehrkräften ein besonderer Dank für die wirksame Unterstützung des gesamten Vorhabens.

 

Dr. Albert Fuß

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