Ausstellungsbesuch Henri de Toulouse-Lautrec

„Auf den Bühnen von Paris (1891-1899)“ im Museum Georg Schäfer

Durch die vielen Weltausstellungen galt Paris neben London als eine dem Neuen gegenüber aufgeschlossene Metropole. Mit der Anlage eines großzügigen Straßensystems, mit Prachtavenuen und großen Schaufenstern, zog die Hauptstadt Frankreichs Touristen aus der ganzen Welt an. Doch vor allem durch das erotische Nachtleben wurde Paris zur Hauptstadt des Vergnügens. Abends begann man mit einem Theaterbesuch und anschließendem Souper. Unzählige Tanzlokale, Cabarets und Varietés versprachen ferner ausschweifende, die strengen Regeln von Sitte und Moral brechenden Vergnügungen. Bis heute berühmte Reveu-Theater wie das Moulin Rouge oder das Folies-Bergère entstanden im Pigalle-Viertel am Fluß des Montmartre.

Besonders eindrücklich hielt Toulouse Lautrec das Bühnenleben im Bild fest. Wie kein anderer erfasste er die Situation der Nacht- und Halbwelt – ungeschönt und oft an der Grenze zur Karikatur. So erhielt er vom Nachtclub Moulin Rouge 1891 einen Plakatauftrag, der im Jahr zuvor noch an Jules Chéret vergeben worden war und der ihn mit der lebhaften Darstellung einer Cancantänzerin, genannt „La Goulue“, und ihrem dabei düster-bedrohlich wirkenden Partner auf einen Schlag als Künstler berühmt machte.

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